Geschichte des Europäischen Bibers

28.09.2017

Der Biber ist eine einheimische Art in der Schweiz. Dies belegen Fossilfunde sowie zahlreiche Bezeichnungen von Ortschaften, Gewässern und Flurnamen. Anfang des 19. Jahrhunderts wurde die Tierart bei uns jedoch ausgerottet. Grund war nicht, weil man die Tiere als Schädlinge angesehen hat. Im Gegenteil: Der Biber galt als Nützling. Sein Fell, sein Fleisch sowie das Drüsensekret "Castoreum" waren hoch begehrt und führten zu einer intensiven Bejagung und schliesslich zum gänzlichen Verlust der Tierart hierzulande.

Anfang des 20. Jahrhunderts lebten weltweit nur noch etwas mehr als 1'000 Exemplare des Europäischen Bibers. Die Art wäre also fast ausgerottet worden! Nur in acht kleinen und isolierten Regionen haben einige Tiere überlebt. Diese Refugien lagen in Südfrankreich an der Rhone (30 Tiere), in Deutschland an der Elbe (200 Tiere), Süd-Norwegen (60 -120 Tiere), Weissrussland (weniger als 300 Tiere) und Russland (30 Tiere). Dann gab es noch drei Refugien östlich des Urals auf dem Asiatischen Kontinent (430 - 460 Tiere).

Zwischen 1956 und 1977 wurden in der Schweiz an 30 Standorten wieder Biber durch den Menschen ausgesetzt. Davon sind aber nur 10 Orte erfolgreich besiedelt worden, die übrigen wurden nicht angenommen. Die total ausgesetzten 141 Tiere stammen aus den Populationen aus Frankreich, Norwegen und Russland. 1999 und 2000 kamen noch einmal 5 Tiere dazu, welche aus dem Tierpark Dählhölzli ausgebüxt sind. Nach sehr zaghafter Vermehrung in den ersten Jahrzehnten seit der Wiederansiedlung hat nun seit Ende der 1990er Jahren eine starke Ausbreitung stattgefunden. Aktuell leben erfreulicherweise wieder rund 3'000 Biber in der Schweiz.

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