Willkommen bei «Hallo Biber!»

Der Biber ist auf dem Weg zurück in seine angestammte Heimat

Vor rund 200 Jahren wurde er in der Schweiz ausgerottet – und blieb es bis 1958. Damals setzte die AGPN (Association Genevoise pour la Protection de la Nature), heute Pro Natura Genf, nach umfangreichen Vorbereitungen und einer Aussetzungsbewilligung die ersten Biber in der Schweiz erfolgreich aus. Weitere Aussetzungen folgten. Trotzdem blieben die Bestände klein und voneinander isoliert.

 

Der Biber erobert die Schweiz

Die Biberbestandesaufnahme 2007/08 schätzte den Schweizer Biberbestand auf 1600 Tiere. In der West- und Nordostschweiz sind sie wieder zahlreich, die Verbreitungslücke im Mittelland ist inzwischen verschwunden. Inzwischen geht das BAFU von einem Biberstand von 2800 Bibern aus. Trotzdem braucht es weiterhin unseren Einsatz für den Biber und seinen Lebensraum. Die Pro Natura «Hallo Biber!» Regionalprojekte arbeiten daran, dass Ausbreitungsbarrierren bibergängig werden, und mehr lebendige Bäche und Flüsse durch unser Land durchströmen.

 

Wie alles seinen Anfang nahm

1996 stiessen Kraftwerkmitarbeiter des Wasserkraftwerks Augst (BL) im Rechen vor dem Tubineneinlauf per Zufall auf einen völlig entkräfteten Biber, der um sein Leben kämpfte. Dieser hatte Glück im Unglück und wurde gerettet.

Pro Natura Baselland reagierte und rief die 10-Jahres-Aktion «Hallo Biber!» ins Leben. Heute ist die Situation im Kraftwerk Augst dank Pro Natura und den Kraftwerksbetreibern entschärft, da eine Biberrampe installiert werden konnte.

 

Heute wieder in Biberist, Biberbrugg und Bibrelèque

Trotz all den Mühen hat sich der Biber durchgebissen. Im Jahr 2010 ist der Biber wieder ins Birstal zurückgekehrt.

Heute werden keine Biber mehr ausgesetzt. Es werden Barrieren aus dem Wege geräumt und der Lebensraum wird bibertauglich gemacht. So können Jungbiber, welche ihre Familien verlassen, einen neuen Lebensraum finden.

 

Biber leben gefährlich

Doch noch immer lauern in unseren Flüssen viele Gefahren, welche den Bibern das (Über-)Leben schwer machen. Nebst zahlreichen noch unüberwindbaren Flusskraftwerken gibt es zu viele kanalisierte und zubetonierte Flussufer: Rund 90% der Schweizer Flüsse fliessen nicht mehr natürlich.

 

Dies möchte Pro Natura ändern – dem Biber, unzähligen anderen Tier- und Pflanzenarten und dem Menschen zuliebe. «Hallo Biber!» wurde im Rahmen der Kampagne «Befreit unsere Flüsse!» im März 2007 schweizweit lanciert und will in den nächsten Jahren mit zahlreichen Renaturierungsprojekten dem Biber den roten Teppich ausrollen.

 

In Zusammenarbeit mit Gemeinden, Kantonen, Partner-organisationen und privaten Sponsoren will Pro Natura Biberhindernisse wieder überwindbar machen, Biberlebensräume erhalten und ehemals natürliche Flussabschnitte wieder naturnah gestalten.